Organisation

Eine Organisation ist – wenn sie gut funktionieren soll – keine „leblose Maschinerie“ sondern entspricht eher einem lebenden Organismus, wie folgende Abb. symbolisieren helfen soll:

Interpretation des Unternehmens als lebender Organismus – Zellstruktur (Schnurrenberger, B.: KMU-Management II, Berlin/Brandenburg/H. 2019, S. 145)

In einem solchen „Organsimus“ bzw. einer Organisation lassen sich klassischerweise

  • Aufbauorganisation
  • Ablauforganisation

unterscheiden. Die Aufbauorgansation stellt dabei das strukturelle „Gerüst“ dar und ist i.d.R. über Hierarchie-Ebenen bzw. Weisungsbeziehungen geprägt. Dabei handelt es sich um eine formale Betrachtung, d.h. offiziell sind alle Abteilungen/Instanzen „gleichrangig“, welche im Organigramm auf einer (horizontalen) Ebene dargestellt werden. Allerdings ist diese „formale Sicht der Dinge“ nicht immer ein exaktes Abbild der Realität. Das heißt, dass durchaus ein „informelles Organigramm“ existieren kann (ob nun schriftlich dokumentiert oder nur in der wahrgenommenen Realität vorhanden). Hintergrund sind oftmals heterogene Ressourcen, insbesondere Budget, Personal, Informationszugang, Machtbeziehungen (zu höheren Instanzen oder wichtigen Stake-Holdern), manchmal aber auch einfach die Führungsstärke bzw. das Charisma bestimmter Persönlichkeiten.

Aktuell wird teilweise darüber nachgedacht, ob bzw. inwieweit klassische Formen der Aufbauorganisation – Funktional, Sparten, Matrix – durch neuere Organisationsformen wie das Projektmanagement oder das Produktmanagement abgelöst werden können. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer „2. Dimension der Aufbauorganisation“.

Die Ablauforganisaton wurde traditionell als eher der Aufbauorganisation untergeordnet wahrgenommen (man vergleiche z.B. im renommierten St. Galler Management-Modell die Platzierung der Aufbauorganisation auf strategischer vs. der Platzierung der Ablauforganisation auf operativer Ebene). Im Kern geht es dabei sehr pragmatisch um folgende Fragen:

  • Wer macht
  • was
  • wann (d.h. in welcher Reihenfolge)
  • womit (d.h. mit welchen Ressourcen).

Durch die anhaltende Popularität und die gewachsene Relevanz des Prozess- und Qualitätsmanagements dürfte die Ablauforganisation heute in vielen Unternehmen mehr Aufmerksamkeit bekommen, als ehedem. Nicht zuletzt ist dies durch die steigende Bedeutung des E-Business bzw. der Digitalisierung begründet, welche auf „saubere Prozesse“ angewiesen sind.