Rezension Staehle Mangement

Ob ein Werk zum wahren Klassiker taugt, merkt man erst, wenn der „Reiz der Neuheit“ verflogen, die letzte Auflage länger zurück liegt – und dennoch weiter darüber gesprochen wird. Nun liegt die letzte, die 8. Auflage von „Management: Eine verhaltenswissenschaftliche Perspektive“ von Wolfgang H. Staehle unterstützt durch die Autoren Peter Conrad und Jörg Sydow zwar noch nicht 2.500 Jahre zurück wie SunTsu´s „Die Kunst des Krieges“ sondern datiert auf das Jahr 1999 (immerhin auf das letzte Jahrhundert, wenn man so will). Gleichwohl ist das für ein Werk, welches stets den Stand der (unversitären) einschlägigen Managementforschung verlässlich abbildete eine lange Zeit.

Nun befeuert der renommierte Verlag Vahlen nach wie vor unsere Hoffnung auf aktualisierte Neuauflage – doch ach, die Berliner Autoren scheinen nicht nur Sitz und Standort mit dem BER gemein zu haben, sondern auch die Ankündigungspolitik, denn geplante Erscheinungstermine werden seit Jahren regelmäßig nach hinten verschoben (aktuell auf 31. Dezember 2020). Wir hoffen weiter!

Das Besondere am Klassiker „Staehle“ ist die konsequente und fruchtbare verhaltensorientierte Perspektive auf Management und Führung mit sehr solider und breiter Fundierung. Die Qualität zeigt sich daran, dass die letzte Auflage von 1999 sich weiter verkauft. Eine Aktualisierung v.a. unter Einbeziehung der mittlerweile aufgekommenen Neuro-Forschung wäre natürlich schön, auch wenn anderweitig publizierte Ergebnisse keine grundlegenden Umwälzungen alter verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse erwarten lassen. Angekündigt ist eine um hundert auf 1.200 Seiten wachsende 9. Auflage.

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